Rundgang Station 8:

Dietrichstraße

Im Haus Nr. 8 befand sich seit 1929 die Gewerkschaftszentrale. Am 11. März 1933 wurde sie von der SA besetzt und die Hakenkreuzfahne gehisst. Der 'Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund‘ wurde im ganzen Reich 1933 aufgelöst.

Haus Nummer 42 war der Warsberger Hof. Dieser gab der kleinen 'Bekennenden Evangelischen Gemeinde Trier’ Unterschlupf und wurde so zu einem wichtigen Standpunkt des Trierer Widerstands.
Die Bekennende Gemeinde hielt seit 1936 in einem von dem Hausbesitzer, Kommerzienrat Rautenstrauch, zur Verfügung gestelltem Esszimmer ihre Gottesdienste ab. Dieser Raum wurde 1938 von den Nazis beschlagnahmt. Jedoch erinnert eine Pferdekopfskulptur noch heute über den Bögen des früheren Pferdestalls daran, dass Rautenstrauch nach der Besetzung des Hauses durch die Nazis, seinen Pferdestall in eine kleine Kapelle umbauen ließ, damit auch weiterhin die Bekennende Gemeinde hier ihre Gottesdienste abhalten konnte. Der damalige Pfarrer Klaus Lohmann gehörte zu einen der wenigen Geistlichen im Deutschem Reich, die sich nach der Reichspogromnacht öffentlich gegen den Antisemitismus aussprachen. Lohmann wurde in seiner 17 Monaten andauernden Tätigkeit in Trier insgesamt 12 mal von der Gestapo verhört.
Er starb im März 2002.

 

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Haus der "freien Gewerkschaften"
Das Haus der "freien Gewerkschaften", Dietrichstr. 8

Villa Rautenstrauch
Villa Rautenstrauch, Dietrichstr. 42 – Treffpunkt der Bekennenden Gemeinde