Rundgang Station 5:

"Karl-Marx-Haus"

In der Brückenstraße Nr. 10 – damals mit der Hausnummer 91 – steht das Geburtshaus von Karl Marx. Die Sozialdemokraten hatten das Haus 1929 erworben, dort eine Buchhandlung, ihr Parteibüro und ab September 1932 den Verlag und die Redaktionsräume ihrer Zeitung "Volkswacht" untergebracht. Hier wurde 1932 auch die Leiche des ersten Opfers der Nazis, des Sozialdemokraten Hermann Möschel aufgebahrt.
Am 8. März 1933 stürmten über hundert SA und SS-Leute die Parteizentrale der Sozialdemokraten, rissen die Reichsflagge herunter, zogen die Hakenkreuzflagge auf und trieben die anwesenden Sozialdemokraten aus dem Haus.
Das Karl-Marx-Haus wurde zunächst von der Polizei besetzt, dann von der NSDAP enteignet und schließlich am 4. Mai 1933 zum Sitz ihrer Parteizeitung "Nationalblatt" umfunktioniert. Am Haus brachten die Nationalsozialisten einen sogenannten "Stürmerkasten" an, in dem die neueste Ausgabe des antisemitischen Hetzblattes "Der Stürmer" ausgehängt wurde.

 

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Karl-Marx-Haus 1933
Das Karl-Marx-Haus nach der Besetzung durch die SA (März 1933)