Rundgang Station 1:

Glockenstraße / Gasthaus "Zur Glocke"

In der Glockenstraße Nr. 12 befindet sich das Gasthaus "Zur Glocke". Sie gehörte damals einem Aktivisten der "Nationalsozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands" (NSDAP) und war ein Versammlungslokal der Nazis. Von hier aus zettelten sie Überfälle auf politische Gegner an – so auch am 5. Dezember 1931:
"Plötzlich hörte man den Ruf: ,SA raus!' Daraufhin fielen etwa fünfzig SA-Männer über einzelne Reichsbanner-Mitglieder (der Schutzorganisation demokratischer Parteien) her. Ein Mann wurde von hinten niedergeschlagen (...) Einen anderen stach man mit dem Messer in den Kopf, und als er vor Blut in den Augen nicht mehr sehen konnte, drosch man ihn mit Biergläsern vollends nieder. Einen dritten überfiel man hinterrücks, stach mit dem Messer auf ihn ein und schlug ihn zusammen."
(in: Edgar Christoffel, Der Weg durch die Nacht. Verfolgung und Widerstand im Trierer Land während der Zeit des Nationalsozialismus, Trier 1983, S.5).

Die sozialdemokratische "Volkswacht" schrieb zu den Gewalttaten: "Wie verhält sich die Polizeiverwaltung zu der Einrichtung einer Nazikaserne (...) in der Glockenstraße? (...) Wie lange will die Polizei diese gesetzwidrige Einrichtung noch dulden?" (ebenda). Doch während Polizei und Gerichte hart gegen Kommunisten vorgingen, ahndeten sie die Gewalttaten der Nazis nur glimpflich.

 

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Wirthaus Zur Glocke
Gasthaus "Zur Glocke" in der Glockenstraße